„Aschermittwoch der Künstler“ mit Kardinal Reinhard Marx

München. Die Grenzen des Menschen thematisiert in diesem Jahr der Gottesdienst zum „Aschermittwoch der Künstler“, den der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, am Mittwoch, 1. März, um 18.45 Uhr im Münchner Liebfrauendom feiert. Traditionell nehmen an der Feier insbesondere Künstler und Kulturschaffende teil. Um 18 Uhr beginnt im Liebfrauendom eine Ouvertüre zum Gottesdienst, die Video-, Klang- und Performancekünstler unter dem Titel „An der Grenze“ gestalten.

Zwei Werke des deutsch-amerikanischen Komponisten Sidney Corbett unter dem Titel „Leise Gebete“ werden im Rahmen des Gottesdienstes uraufgeführt: Zur Gabenbereitung erklingt „Ö“, zur Kommunionausteilung „Dom lʼadonai“. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von der Capella Cathedralis und Domorganist Hans Leitner unter der Leitung von Anton Zapf. Kyrierufe und Fürbitten werden gestaltet durch die Performancegruppe Theater Anu. Die Schauspieler Ulrike Kriener und André Jung tragen die Lesungen vor. Die Kollekte aus dem Gottesdienst kommt dem Monsignore-Fellerer-Fonds zugute, der Künstler und Künstlerinnen in Notsituationen unterstützt.

Grundlage für die Ouvertüre vor dem Gottesdienst ist das Gemälde „Das Floß der Medusa“ von Théodore Géricault aus dem Jahr 1819. Es thematisiert das Schicksal der Fregatte Medusa, die 1816 auf einer Sandbank vor der afrikanischen Küste strandet. Die wenigen Rettungsboote sollen ein Floß mit 150 Menschen an die Küste schleppen, nach und nach werden aber die Seile gekappt, so dass von den 150 Menschen letztlich nur 15 überleben. Ausgehend von dieser Geschichte setzen sich die Künstler mit der Frage nach Menschlichkeit in Krisenzeiten auseinander: Theater Anu durch eine Performance und mit Schattenprojektionen auf den Pfeilern des Liebfrauendoms, der Komponist Axel Nitz mit einer Klang- und Geräuschcollage und der Schauspieler und Videokünstler Stefan Hunstein mit der Videoarbeit „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“. Gezeigt wird diese auf einem Tuch, mit dem das Kreuz im Chorbogen des Liebfrauendoms verhüllt ist, ein Hinweis auf die christliche Tradition, in der Zeit unmittelbar vor dem Osterfest die Kreuze und Bilder in den Kirchen zu verhüllen.

Mit dem Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit, eine Zeit der Umkehr und Buße, in der sich die Gläubigen auf das Osterfest vorbereiten. Zu den Gottesdiensten an diesem Tag gehört der Ritus der Aschenauflegung: Die Geistlichen zeichnen den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn und sprechen dabei einen Vers aus dem Buch Genesis: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“ oder aus dem Markus-Evangelium: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“. Der „Aschermittwoch der Künstler“ wurde von dem katholischen Schriftsteller und Diplomaten Paul Claudel nach dem Zweiten Weltkrieg in Paris begründet. Er wird mittlerweile in mehr als 100 Städten weltweit gefeiert. (gob)

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