„Spurenelemente einer Wahlverwandtschaft“

Tagung des VELKD-Liturgie-Instituts macht Beziehungen zwischen Theologie und Jazz hörbar

Hannover/Leipzig – Jazz als religiöse Musik hat eine lange Tradition. So gehören Spirituals und Gospel-Musik zu den Wurzeln des Jazz und zahlreiche Musiker aus den USA wurden in Kirchengemeinden sozialisiert. Mittlerweile rückt auch hierzulande das Genre als Ausdrucksform von Glauben und Spiritualität immer mehr in den Blick. Dabei geht es weniger um eine andere „Verpackung“ für Gottesdienste, sondern darum, das spirituelle Potenzial dieser Musik liturgisch fruchtbar zu machen.

Die Erforschung des möglichen Dialogs zwischen Jazz und Gottesdienst in Theorie und Praxis gab den Anstoß für die Ausrichtung des diesjährigen 21. Liturgischen Fachgesprächs des Liturgiewissenschaftlichen Instituts der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Es findet vom 2. bis 5. März 2017 in Form eines öffentlichen, international besetzten Symposiums statt und widmet sich dem Thema unter der Überschrift „Improvisation und die Klangfarben des Evangelischen Gottesdienstes“.

Neben Fachvorträgen renommierter Vertreter von Jazz-Musiktheologie und gemeindlicher Praxis aus dem In- und Ausland werden etwa 100 Sängerinnen und Sänger sowie Jazzmusikerinnen und -musiker in Konzerten und Gottesdiensten das Tagungsthema als „Blue Church Festival“ zum Hör- und Seherlebnis machen.

Flankiert wird die Tagung  mit einer Konzertreihe in Leipzig und Dresden, u. a. mit einer „Jazz Passion“ aus Chicago, einer Orgelimprovisationsnacht, einer Jazz-Vesper der New Yorker Saint Peters Church. Den Anschluss bildet die deutsche Uraufführung der „Messe“ des norwegischen Jazzpianisten Tord Gustavsen am 5. März in der Dresdener Dreikönigskirche.

Ihn interessierten die „Spurenelemente einer Wahlverwandtschaft“ zwischen Jazz und Gottesdienst, schreibt Dr. Johann Hinrich Claussen, der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), im Veranstaltungsprogramm. Diese entfalte sich aber nur „wenn Freiheit herrscht, wenig festgezurrt wird, das eine nicht für das andere benutzt wird, sondern ein freies Spiel beginnt“. Dann kann das Wechselspiel von gottesdienstlicher Tradition und spontanem, d. h. jazzmäßigem Musikschaffen den Dialog zwischen Jazz und Gottesdienst spannend gestalten.

 

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