„Katholische Theologie auf Augenhöhe“

Erzbischof Dr. Heiner Koch zur Diskussion um Theologie(n) an staatlichen Universitäten im Erzbistum Berlin:

Katholische Theologie als Wissenschaft ist mir wichtig für den Diskurs auf Augenhöhe mit andern Wissenschaften, für die Ausbildung von Lehrkräften sowie weitere Studiengänge und für einen wissenschaftlich fundierten interreligiösen Dialog.

Aktuell bieten sich für katholische Theologie im Erzbistum Berlin verschiedene Anknüpfungspunkte an staatliche Universitäten:
Ich nenne das Seminar für Katholische Theologie an der Freien Universität in Berlin, über dessen Ausstattung und Stärkung wir schon lange mit der FU im Gespräch sind. Denn die gegenwärtige Ausstattung ist völlig unzureichend.
An der Humboldt-Universität führt die Guardini-Stiftungsprofessur für Religionsphilosophie und Katholische Weltanschauung die Lehr- und Forschungstradition des großen katholischen Intellektuellen Romano Guardini fort.
In Potsdam besteht an der dortigen juristischen Fakultät ein Kanonistisches Institut.

Seit meinem Amtsantritt unterstreiche ich in allen Gesprächen mit den staatlichen Universitäten, mit dem Berliner Senat und der Brandenburger Landesregierung, dass wir als Katholische Kirche auch im wissenschaftlich-theologischen Bereich auf Augenhöhe wahrgenommen werden wollen.
Darin bin ich mir mit evangelischen, jüdischen und muslimischen Gesprächspartnern einig.

Die Aussage des Berliner Koalitionsvertrags zu diesem Thema bringt es auf den Punkt, wenn es dort heißt: „Die Präsenz der Theologien, weltanschauungs- und religionsbezogenen Studien an den Berliner Universitäten ist eine wichtige Integrations- und Inklusionsaufgabe; daher sollen die bestehenden Regelungen und vorhandenen Einrichtungen zukunftsorientiert ausgestaltet und weiterentwickelt werden“. Mit großer Neugier bin ich auf die Umsetzung gespannt, unsere Gesprächsbereitschaft und unser Mitdenken haben wir mehrfach signalisiert.
Auch der Beschluss des Professoriums der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität‚ „eine Arbeitsgruppe einzurichten, die prüfen soll, welche Formen der Zusammenarbeit hier zukünftig möglich sind“ , freut mich.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich eigene Anstrengungen, die katholische Theologie zu stärken:
So bietet unsere eigene Katholische Hochschule für Sozialwesen (KHSB) nicht nur sieben Bachelorstudiengänge, darunter einen für „Religionspädagogik in Schule und pastoralen Räumen“, an, sowie vier Masterstudiengänge. Auch das Berliner Institut für christliche Ethik und Politik (ICEP) ist dort angesiedelt.
Das Priesterseminar Redemptoris Mater des Neokatechumenalen Wegs ist eine anerkannte Filiatio der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.
Darüber hinaus sind kleinere Einrichtungen wie das Institut Chenu der Dominikaner in Berlin bereits tätig.

Außerdem verfolge und fördere ich die Überlegungen für ein Wissenschaftszentrum bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und die „Initiative Hochschule der Orden in Berlin“, die von der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) befürwortet wird.

Für diese zusätzlichen Zukunftsperspektiven bin ich dankbar.

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