Hassprediger bei „katholisch.de“?

von Hannes Kirmse

Man kann zur AfD als Partei stehen wie man will. Sie provoziert, fordert den Mainstream heraus und bleibt am Ende doch ein politischer Mitbewerber unter vielen. – Ebenso kann man aber auch zum Ausgang der gestrigen Bundespräsidentenwahl stehen wie man will. Das Vertreten von Standpunkten und Gegenstandpunkten, die Vielzahl an Meinungen und damit auch das mögliche Aufkommen von Widerspruch charakterisiert das Wesen der Demokratie.

Da erstaunt es, dass dies Steffen Zimmermann, Redaktionschef von „katholisch.de“, dem offiziellen Internetportal der Deutschen Bischofskonferenz scheinbar nicht so sehen will und sich derart echauffierte, dass er am 12.02.2017 auf Twitter die AfD-Delegation zur wählenden Bundesversammlung als „hasserfüllte Frusttruppe“ und AfD-Wähler zugleich pauschal als „Arschlöscher“ diffamierte. Er bezeugt damit weder ein christliches Werte-, noch ein gesundes Demokratieverständnis. Sein Beitrag erfüllt all das, was die Amadeu Antonio Stiftung als „Hatespeech“ bekämpfen will: die gezielte, stigmatisierende Herabwürdigung von Personen und Personengruppen. Wer hinter einem politischen Repräsentanten oder hinter einem Wähler nicht mehr den Menschen sehen will, entmenschlicht und schürt den Hass, den etwa die AfD regelmäßig in Form von Gewalt aus dem linksextremistischen Milieu erfährt. Gleichzeitig steht der Beitrag von Steffen Zimmermann für jene unheilvolle politische Selbstlegitimation der Medien, die sie selbst unseriös werden lässt. Wer als Journalist nicht mehr objektiv kommentieren, sondern seine eigenen politischen Anschauungen zum besten geben will, deligitimiert sich damit selbst. Wenn es in der Intention von Herrn Zimmermann gelegen haben mag, die AfD zu schwächen, dann erreichte er mit seinem abgesetzten Tweet genau das Gegenteil: Er machte die AfD moralisch groß und sein Portal „katholisch.de“ klein.

Er sorgte binnen Stunden für eine Welle der Entrüstung aus den unterschiedlichsten politischen Lagern in den sozialen Netzwerken. Als Reaktion hat Zimmermann sein eigenes Twitter-Profil erst für die Öffentlichkeit gesperrt, um es dann wenige Zeit später gänzlich zu löschen. Abzuwarten bleibt nun, wie sich „katholisch.de“ zu dem Vorfall äußeren wird und welche möglichen Konsequenzen gezogen werden.

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Screenshot von dem inzwischen nicht mehr existierenden Twitter-Profil Zimmermanns

 

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