Ökumenische Morgenandacht zum Auftakt der 16. Bundesversammlung in Berlin

Zum Auftakt der Bundesversammlung haben die evangelische und katholische Kirche auf Einladung von Prälat Karl Jüsten, Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe in Berlin, und Prälat Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), gemeinsam eine ökumenische Morgenandacht in der Kathedrale St. Hedwig in Berlin gefeiert.

Prälat Jüsten lud zu Beginn ein, einen Augenblick bei sich selbst zu verweilen: „Wie sieht unsere Beziehung zu Gott aus? Richten wir uns nach seinen Geboten in unserem Alltag aus? Sind wir ihm treu geblieben?“ Für viele seien die Gebote nicht nur Richtschnur für das persönliche Leben, „sie sind Richtschnur auch im beruflichen Handeln und viele, die für unser Land, für unser Gemeinwesen Verantwortung tragen, richten sich nach den Geboten aus – so wie Sie es heute Morgen bei der Andacht anlässlich der Bundesversammlung tun.“ Prälat Jüsten betonte, dass viele dieser Werte für die Stabilität unserer Demokratie fester Bestandteil seien. „Der Glaube und die Befolgung der Gebote kann aber auch Halt und Gelassenheit schenken. Er hilft uns so mit den Unzulänglichkeiten des Lebens besser klar zu kommen. Auch bei Verunsicherungen, die sich einstellen, weil ungeahnte Herausforderungen auf uns einstürzen, weil Schicksalsschläge uns ereilen, weil die Welt immer komplizierter geworden ist, können wir aus ihm Zuversicht schöpfen. Zum Glauben gehört die Hoffnung. Sie vertreibt Ängste. Deshalb kann der Glaube helfen das richtige Maß zu finden. Wer glaubt, braucht nicht in innerweltlichen Heilzusagen und Ideologien Halt zu suchen. Im Glauben finde ich die Sinnstiftung für mein Leben.“

In seiner Predigt vor der Bundesversammlung wünschte Prälat Martin Dutzmann dem künftigen Bundespräsidenten den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Dutzmann erinnerte dabei an das biblische Gleichnis von den „Arbeitern im Weinberg“ (Mt 20.1–16) und deutete es in Bezug auf die darin beschriebene Rolle des Hausherrn. Dieser habe sein Handeln konsequent am Gebot der Nächstenliebe ausgerichtet. „Viele Bürgerinnen und Bürger unseres Landes hoffen sehr, dass der Gewählte dem Hausherrn aus der Gleichniserzählung gleichen möge.“ Auch ein Staatsoberhaupt bleibe aber ein Mensch mit Stärken und Schwächen, mit Gaben und Fehlern, mit guten und mit schlechten Tagen. „Es ist himmlisch, wenn Menschen nach dem Vorbild des guten Hausherrn aufeinander achten und füreinander da sind“, schloss Prälat Dutzmann.

 

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