„Nationalismus und Rassismus sind Herausforderung für Christen“

Erzbischof Schick: „Kirche muss sich einbringen, um die Zukunft zu gestalten“

Bischofskonferenz Fulda

© KNA/Zinzow

Hof. Erzbischof Ludwig Schick sieht in den aktuellen rassistischen Tönen und nationalistischen Tendenzen in der Welt eine Herausforderung für das Christentum, sich in Politik und Gesellschaft verstärkt einzubringen und das 21. Jahrhundert mitzugestalten. „Das Christentum, das Evangelium, Jesus Christus sind Ressourcen, die die Menschheit braucht, um eine gute Zukunft zu gestalten“, sagte Schick am Sonntag zur Einweihung des Pfarrzentrums Bernhard Lichtenberg in Hof.

Schick warnte davor, angesichts der Besorgnis erregenden Entwicklungen in der Welt, etwa durch den neuen Nationalismus in der Türkei und den USA oder des Fanatismus und Terrorismus, der von IS und Dschihad in die Welt getragen werde, zu lamentieren und zu resignieren. Sehen, Urteilen, Handeln sind von jedem Christen gefordert, so der Erzbischof. Es müssten die Fragen gestellt werden: „Wie wollen wir in Zukunft leben? An was wollen wir uns binden und was soll uns verbinden?“ Für angemessene nachhaltige Antworten sei die Kirche wichtig, sie müsse sich engagiert, klar und entschieden in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen. „Denn sonst versäumen wir es, unsere Zukunft gut, menschenfreundlich und friedlich zu gestalten. Diese Unterlassungssünde wird uns Gott nicht so leicht vergeben und unsere Nachkommen auch nicht.“

Schick predigte bei der Einweihung des neuen Pfarrzentrums des Seelsorgebereichs Hof, das für fast zwei Millionen Euro als Ersatzbau für die zwei alten Pfarrheime errichtet wurde. Die Kirche müsse sich mit ihrem dreifachen Auftrag des Gottesdienstes, der Verkündigung und der Caritas in die Gesellschaft einbringen. Ein Pfarrzentrum diene vor allem der Gemeinschaftsbildung und der Ertüchtigung für das christliche Leben im Alltag. Schick ermunterte die Christen in Hof, miteinander zu diskutieren, zu ringen und auch zu streiten, um die Wahrheit über Gott und Welt, Mensch und Schöpfung zu finden. „Wer diskutiert und streitet, um die Wahrheit zu finden, ehrt Gott. Wer alles laufen lässt, weil es für ihn keine Verbindlichkeit und Wahrheit gibt, der leugnet Gott, der die Wahrheit ist“, so der Oberhirte.

Er dankte allen, die bei der Planung und Errichtung des neuen Pfarrzentrums für den Seelsorgebereich mitgewirkt haben, und sagte Architekt und allen Handwerkern ein herzliches „Vergelt’s Gott“. Er wünschte dem Seelsorgebereich den Segen Gottes. Das neue Pfarrzentrum solle zum Segen für Hof und die Zukunft der Gesellschaft werden. Licht der Welt und Salz der Erde zu sein, sei der Auftrag der Christen. Im Pfarrzentrum solle vielen ein Licht aufgehen, das sie dann in der Welt verbreiten können und Salz solle entdeckt werden, das dem gesellschaftlichen Leben Würze gibt und es vor Schaden bewahrt.

 

Quelle: http://medien.kirche-bamberg.de/

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