„Auf der Hut vor allzu einfachen Lösungen“

Erzbischof Stephan weiht Altar in der Pfarrkirche St. Martin

Mosbach / Freiburg. „Seien wir auf der Hut vor allzu einfachen Lösungen oder vor Schwarz-Weiß-Malerei, wie sie in manchen Parolen auftauchen“, warnte Erzbischof Stephan Burger am Sonntag (29. Januar) in Billigheim-Sulzbach (Dekanat Mosbach-Buchen). Bei einer Altarweihe in der Pfarrkirche St. Martin erklärte er weiter, angesichts der aktuellen Konflikte sei der Einsatz für Gerechtigkeit besonders dringend: „Denn wir sehen doch, dass das Unrecht, das in anderen Ländern geschieht, Auswirkungen auf unser gesellschaftliches Miteinander hier bei uns hat. Die Menschen, die zu uns kommen, die vor Unterdrückung und Gewaltherrschaft fliehen, die um ihr Überleben ringen, werden nicht mehr unbedingt und von allen mit offenen Armen aufgenommen. Ängste und Befürchtungen, selbst benachteiligt zu werden, spielen eine nicht zu vernachlässigende Rolle.“

Erzbischof: Probleme lösen „nicht durch Mauerbau und Abschottung“

Der Erzbischof von Freiburg wies darauf hin, bei allen „Problemen und Fragen im Blick auf Religion und Kultur, die sich im Zusammenhang mit einer gelingenden Integration stellen“, gehe es immer auch um „meine ganz persönliche Haltung: Wie begegne ich dem Mitmenschen? Wie rede ich mit ihm? Wie behandle ich ihn? Erkenne ich im anderen noch das Angesicht Christi?“ Im direkten Zusammenhang damit sieht Erzbischof Burger die Frage nach dem eigenen Lebensstil: „Auf wessen Kosten lebe ich?“ Dass der eigene Lebensstil gesamtgesellschaftlich Auswirkungen auf andere habe, sei bekannt. „Es geht längst nicht mehr nur darum, einen Ausgleich zwischen Arm und Reich zu schaffen. Es geht genauso um Fragen der Bildungsgerechtigkeit, der Chancengleichheit und der Beteiligungsgerechtigkeit. Diese grenzüberschreitenden Fragen und Probleme zu lösen, geht nur im Miteinander und nicht durch Mauerbau und Abschottung.“

Mit Verweis auf die Bergpredigt Jesu erklärte der Erzbischof, es gehe Jesus um eine grundlegende Haltungsänderung. Mit dem Satz „Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden“ drücke er aus, dass sich das Reich Gottes „nicht mit Aggression und Gewalt“ aufbauen lasse, „sondern durch Versöhnung und Barmherzigkeit“. Das habe der heilige Martin beim Mantelteilen vorgelebt, genauso wie der Gesellenvater Adolf Kolping in seiner Sorge und Fürsorge für die jungen Menschen und Gesellen. „Daran mitzuarbeiten, ist auch heute unser aller Aufgabe.“

Erzbischof: Altar als Zeichen der Treue, Beständigkeit und Gegenwart Jesu

Nachdenklich wies Erzbischof Burger auf die Umbrüche in Politik, Gesellschaft und Kirche hin: So manche politische Entwicklung führe zu Unsicherheit und Angst. „Und als Kirche scheinen wir nicht mehr die prägende Kraft innerhalb der Gesellschaft zu sein. „Wie gehen wir Christen mit diesen Entwicklungen um? Wie reagieren wir darauf?“ In allen Unsicherheiten habe Jesus Christus zugesagt: „Ich bin bei Euch alle Tage, bis zum Ende der Welt.“ Für diese Treue, Beständigkeit und Gegenwart stehe der Altar. „Mit der Weihe dieses Altares wird hier unter uns der Berg Golgotha errichtet, auf dem das einmalige Kreuzesopfer Jesu gegenwärtig gesetzt wird. Zugleich bereiten wir den Tisch des Abendmahlsaales, an dem Jesus Christus sich uns in seinem Leib und Blut schenkt.“ Der Erzbischof gratulierte den Gemeindemitgliedern zur Altarweihe in einer Kirche, die „nach langen Jahren des Planens und Beratens“ in neuem Glanz erstrahle. (lmp)

Quelle: http://www.erzbistum-freiburg.de

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