„Vom Handelspartner zum Hinterhof der USA“

Adveniat-Hauptgeschäftsführer Klaschka zu den Folgen eines US-Präsidenten Donald Trump für Lateinamerika

Prälat Bernd Klaschka

Essen. „Mehr als 3.000 Kilometer Mauer spalten den amerikanischen Kontinent, spalten die Welt.“ Das befürchtet der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Prälat Bernd Klaschka, angesichts der Ankündigungen des neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump, eine Mauer zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten zu errichten. Am 20. Januar 2017 wird Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten in sein Amt eingeführt. Viele Menschen aus Süd- und Mittelamerika suchten aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Krisen in ihren Herkunftsländern in den USA Arbeit und Perspektiven für ihr Leben. „Wenn die USA die Grenzen schließen, kommt es zum Dominoeffekt. Denn Mexiko wird diesem Beispiel folgen, um die Einwanderung in sein Land aus Süd- und Mittelamerika zu verhindern.“

Prälat Klaschka zufolge besteht die akute Gefahr, dass die Länder Lateinamerikas vom Handelspartner wieder zum Hinterhof der Vereinigten Staaten werden. Die Grenze werde für die Migranten geschlossen, während sich die USA der Rohstoffe, der landwirtschaftlichen Produkte und der gut ausgebildeten jungen Menschen Lateinamerikas bediene. „Die Vision eines geeinten Amerikas von Alaska bis Feuerland, wie sie Papst Johannes Paul II. einst formulierte, steht infrage“, so der Adveniat-Hauptgeschäftsführer.

„Eine Politik der Abschottung verstärkt die sozialen Konflikte, die eine Wirtschaft verursacht, die den Reichen immer größere Gewinne beschert, während die Armen zurückbleiben“, beschreibt Klaschka die Folgen. Dadurch stünden die demokratischen Entwicklungen der vergangenen Jahre in Lateinamerika auf dem Spiel. „Die gefestigte Demokratie der USA kann einen Präsidenten Donald Trump verkraften – die Demokratien Lateinamerikas nicht“, ist Adveniat-Chef Klaschka überzeugt.

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt bereits zahlreiche Projekte zugunsten von Migranten in Mexiko. In Migrantenheimen sowohl an der Grenze zu Guatemala als auch an der zu den USA werden die ankommenden Menschen mit Nahrungsmitteln und Kleidung versorgt, erhalten eine Unterkunft und werden rechtlich beraten. „Wichtig sind aber auch Projekte, welche die Menschen psychologisch begleiten, die als Helfer tagtäglich mit den traumatischen Erlebnissen der Migranten konfrontiert sind“, erläutert Klaschka. Außerdem unterstütze Adveniat eine Initiative, die sich um die Integration von aus den USA zurückgeschickten Mexikanern kümmert. „In diesem Bereich werden wir mit der Kirche vor Ort unsere Anstrengungen verstärken müssen, wenn Trump seiner Ankündigung Taten folgen lässt und hunderttausende Mexikaner ausweist“, so Adveniat-Hauptgeschäftsführer Klaschka.

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von Hunderttausenden Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 2.200 Projekte gefördert werden, die mit 35 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen. 

 

 

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