„Jede vertane Unterstützung rächt sich in der Zukunft“

Als nach wie vor unzureichend für eine kindgerechte Entwicklung hat die Leiterin der Hauptabteilung Caritas in der Diözese,  Irme Stetter-Karp, die Bedingungen in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge bezeichnet. Es fehlten Räume zum Lernen ebenso wie zum Spielen in einer sicheren Umgebung, sagte Stetter-Karp am Freitag in Stuttgart. Sie nahm dabei Bezug auf Papst Franziskus, der in seiner Botschaft zum Welttag des Migranten und Flüchtlings am Sonntag (15. Januar)  minderjährige Migranten in den Mittelpunkt stellt, die er als „dreifach schutzlos“ (minderjährig, fremd, wehrlos) bezeichnet.

Völlig unverständlich sei, so Stetter-Karp, dass bis heute keine öffentlichen Mittel bereit gestellt würden, um minderjährige Geflüchtete und Kinder mit speziellen Therapieangeboten zu unterstützen. Dabei gehe es nicht nur um die Bedingungen im Hier und Jetzt: „Jede hier vertane Unterstützung rächt sich in der Zukunft“, sagte die Rottenburger Ordinariatsrätin. Das gelte nicht nur mit Blick auf die individuellen Ressourcen der Kinder und Jugendlichen, sondern auch für die Zivilgesellschaft und die Demokratie im Ganzen.

Das von Papst Franziskus geforderte „Recht, Kind zu sein“, gelte es zu sichern. Es sei
Aufgabe aller Christen, für die „Würde dieser Entrechteten“ einzustehen und diese zu verteidigen, sagte Irme Stetter-Karp.

Zwischen 2014 und  2016 wurden 30 Projekte katholischer Träger unterstützt,  in denen die Förderung von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt steht. Dazu zählen Projekte zur Weiterentwicklung von Angeboten bei der Erziehungsberatung, zur Integration von Flüchtlingskindern in Ferienfreizeiten und Zeltlagern, Projekte zur Sprach- und Lernförderung, Individualhilfen in lebensgefährdenden Härtefällen, beispielsweise die Übernahme von Traumatherapien bei selbstmordgefährdeten Jugendlichen, die Finanzierung berufsbegleitender Weiterqualifizierung in Traumapädagogik und traumazentrierter Fachberatung in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Für die Jahre 2014 bis 2018 stellt die Diözese über die regulären Haushaltsmittel hinaus  einen Flüchtlingshilfefonds in Höhe von über 30 Millionen Euro zur Verfügung, je zur Hälfte für Projekte in der Diözese sowie in den Herkunftsländern der Flüchtlinge. Bis Dezember 2016 wurde für 199 Projekte innerhalb der Diözese Unterstützung bei der zuständigen Hauptabteilung Caritas beantragt. Ein Volumen von über 15 Millionen Euro steht dafür zur Verfügung.

Hinweise:

Am Freitag, 13.1., macht die Diözese Rottenburg-Stuttgart und weitere Kooperationspartner von 16.00 bis 18.00 Uhr mit einer Aktion im Stuttgarter Hauptbahnhof auf die Situation minderjähriger Flüchtlinge aufmerksam: auf der Fläche vor dem Südausgang wird zu Imbiss und Gespräch eingeladen, um 16.00 Uhr ist eine Gruppe Kinder einer Stuttgarter Flüchtlingsunterkunft anwesend, um 17.00 Uhr singt ein internationaler Chor, zu dem  Menschen mit Fluchterfahrung  gehören.

Im aktuellen Kindergartenjahr 2016/2017 unterstützt die Diözese Rottenburg-Stuttgart gezielt katholische Kindertages-Einrichtungen, die Kinder mit Fluchterfahrung aufnehmen. Mit einem einmaligen Förderbetrag von maximal 25.000 Euro je Einrichtung fördert der „Zukunftsfonds Kindergarten“ der Diözese Personal- und Sachkosten, die sich aus der Arbeit mit Kindern und Eltern geflüchteter Familien ergeben.

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