Aquilin als ein gutes Vorbild

Todestag des heiligen Aquilin jährt sich zum 1000. Mal – Delegation aus Mailand bringt Reliquie des Heiligen nach Würzburg – Bischof Dr. Friedhelm Hofmann eröffnet Aquilinsjahr am 29. Januar mit einem Festgottesdienst

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Von links: Manuela Gagliardi, Giuseppe Gagliardi, Dr. Jürgen Emmert, Pater Alberto Onofri, Dr. Horst Schäfer-Schuchardt, Christian Stadtmüller, Emanuele La Rosa und Stadtdekan Domkapitular Dr. Jürgen Vorndran stellten das Programm anlässlich des 1000. Todestages des heiligen Aquilins vor. Bernadette Weimer (POW)

Würzburg (POW) „Wenn wir in der jetzigen Zeit sensibel bleiben wollen, ist der heilige Aquilin ein gutes Vorbild. Seine Verehrung ist fest verbunden mit dem Gedenken an Menschen, die in unserer Welt durch Krieg und Terror unschuldig Opfer von brutaler Gewalt werden.“ Das hat Stadtdekan Domkapitular Dr. Jürgen Vorndran bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 11. Januar, im Dompfarrheim anlässlich des Gedenkjahrs „1000 Jahre Martyrium des Heiligen Aquilin“ betont. Dieser ist der einzige in Würzburg geborene Heilige und wurde vermutlich vor rund 1000 Jahren in Mailand ermordet. Eine Delegation aus Mailand bringt anlässlich des Gedenkjahrs eine Reliquie des Heiligen – eine Rippe – nach Würzburg. Bischof Dr. Friedhelm Hofmann eröffnet das Aquilinsjahr mit einem Pontifikalgottesdienst am Sonntag, 29. Januar, dem Gedenktag dieses Heiligen, um 10 Uhr im Würzburger Kiliansdom.

1987 führte eine Wallfahrt von Würzburg nach Mailand mit dem Ziel, eine Reliquie des Heiligen zu erbitten. Anlässlich des Gedenkens zum 1000. Todestag kommt vom 27. bis 29. Januar eine 15-köpfige Delegation aus der Erzdiözese Mailand unter der Leitung von Bischofsvikar Carlo Faccendini nach Würzburg. Im Pontifikalamt im Kiliansdom übergibt Faccendini die Reliquie des heiligen Aquilin an Bischof Hofmann. Anschließend wird der Reliquienschrein in einer Prozession in die Pfarrkirche Sankt Peter und Paul übertragen. Dort wird um 16 Uhr eine Pontifikalvesper gefeiert. „Mit der erneuten Übergabe einer bedeutenden Reliquie des Heiligen ehrt die Erzdiözese Mailand die Geburtsstadt Würzburg 1000 Jahre nach seinem Martyrium“, sagte Vorndran. Bereits am Freitag, 27. Januar, werde die Stadt die Gäste aus Mailand im Wenzelsaal des Rathauses empfangen, sagte Stadtradt Emanuele La Rosa, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Integration der CSU-Fraktion. Die Stadt wolle so ihre Verbundenheit mit Mailand bekunden. Unter der Überschrift „Serata Italiana“ wird ebenfalls am 27. Januar ein italienischer Abend gefeiert.

Aquilin wurde in Würzburg geboren. Er sei in Köln ausgebildet worden und dort unter dem Namen Wezelinus bekannt gewesen, sagte Vorndran. Nach seiner Aufnahme in das Domkapitel schlug er als Dompropst die Wahl zum Erzbischof aus und ging nach Mailand in das Kanonikerstift San Lorenzo Maggiore. In Mailand wurde er ermordet, sein genaues Todesjahr ist nicht bekannt. 1705 gelangten die ersten Reliquien des Heiligen unter Fürstbischof Johann Philipp von Greiffenclau-Vollraths nach Würzburg. Eine von Johann Zeckel angefertigte metallgetriebene Dreiviertelfigur für die Würzburger Bürgersodalität sei 1715 mit einem Reliquienpartikel versehen worden. Heute steht die Silberbüste in der Marienkapelle und ist Teil einer Gedächtnisstätte für Opfer von Gewalt.

Es sei etwas Besonderes, dass das 50-jährige Bestehen der italienischen Mission zusammenfalle mit den Feierlichkeiten zum 1000. Todestag des Heiligen, sagte Pater Alberto Onofri von der Franziskanischen Gemeinschaft von Betanien in Aschaffenburg, Leiter der Italienischen Katholischen Gemeinde. „Für uns ist es eine große Ehre, dass wir schon seit 50 Jahren hier präsent sind und an den Feierlichkeiten teilnehmen dürfen.“

Dr. Jürgen Emmert vom Kunstreferat der Diözese Würzburg stellte eine Ausstellung vor, die in Sankt Peter und Paul gezeigt werden soll. Die Pfarrkirche sei ein wichtiger Ort der Aquilins-Verehrung. Unter dem Leitgedanken „Ein Heiliger erhält ein Gesicht“ werden barocke Darstellung zu sehen sein, die zeigen, dass Aquilin vor allem beim Klerus des Bistums beliebt war. Der Kupferstecher Johann Leypold habe 1653 ein Bild geschaffen, das Aquilin im Messornat mit Märtyrerdolch und Palme vor dem Hintergrund seiner Heimatstadt zeige. „In zahlreichen Kirchen des Bistums findet sich die als Skulptur umgesetzte Darstellung“, sagte Emmert. Gezeigt werde außerdem die älteste erhaltene und bisher unbekannte Skulptur des heiligen Aquilin  aus Karlstadt von 1689. Die Ausstellung werde voraussichtlich von Mitte September bis Mitte Oktober zu sehen sein.

Pfarrvikar Christian Stadtmüller stellte das spirituelle Rahmenprogramm vor. So werde es unter anderem in der Pfarrkirche Sankt Peter und Paul vier Fastenpredigten geben. Zur Vorbereitung auf das Gedenkjahr finden zwei Vorträge statt. Am Dienstag, 17. Januar, spricht Vorndran um 19.30 Uhr im Pfarrsaal von Sankt Peter und Paul über „Heilige Reste – über die Reliquienverehrung damals und heute“. Am Dienstag, 24. Januar, referiert Professor Dr. Wolfgang Weiß vom Lehrstuhl für Fränkische Kirchengeschichte im Burkardushaus über das Thema „Der heilige Aquilin im Konzert der Würzburger Diözesanheiligen“. Die Teilnahmegebühr beträgt pro Person sechs Euro.

Weitere Informationen zum heiligen Aquilin und dem Programm des Gedenkjahrs sowie Bilder gibt es auf der Internetseite www.aquilino.bistum-wuerzburg.de.

bw (POW

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