Kleine Könige mit roten Wassereimern im Kaiserdom

Sternsinger machen auf Dürre in Kenia aufmerksam

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Was der Klimawandel mit den Heiligen Drei Königen zu tun hat: Frankfurter Sternsinger im Kaiserdom und Kaisersaal (Fotos: Schuld/Wiese-Gutheil – Kath. Stadtkirche)

FRANKFURT.- 13 leuchtend rote Wassereimer füllen den Altarraum im Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus. Aus einem grünen Gartenschlauch füllt ein Mädchen symbolisch Wasser ein: 130 Liter! Soviel Wasser verbraucht in Deutschland jeder Mensch pro Tag, zum Trinken, zum Waschen, zum Kochen, aber auch für die Herstellung von Lebensmitteln und Industriewaren. Dagegen wirkt der kleine graue Eimer winzig, den ein Junge durch die Kirche trägt. Sechs Liter passen hinein, die Menge, die ein Kind in Kenia höchstens pro Tag zur Verfügung hat.

Das Spiel ist wirkungsvoller als so manche Predigt. Es steht an diesem Freitagmorgen, 6. Januar, dem Fest der Heiligen Drei Könige, im Mittelpunkt des Stadtsternsingergottesdienstes in Frankfurt. Mehr als 300 Jungen und Mädchen aus allen katholischen Pfarreien der Stadt sind in den Dom gekommen, um sich den Segen für ihren Einsatz zu holen. Rund um den 6. Januar ziehen sie von Haus zu Haus und bringen den Menschen den Segen der Heiligen Drei Könige.

Größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder

Mit der größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder werden Hilfsprojekte in der ganzen Welt unterstützt. Bei der diesjährigen, der 59. Aktion Dreikönigssingen, steht Kenia als Beispielland im Mittelpunkt. Die Menschen dort leiden besonders unter dem Klimawandel und den immer länger werdenden Dürreperioden.

Mit ihrem Spiel verdeutlichen die Kinder im Frankfurter Dom die Situation in der Region Turkana in Kenia. Denn nicht die Menschen in der Turkana seien am Klimawandel schuld, sondern die Bevölkerung in den reichen Ländern, da ihr verschwenderischer Lebensstil das Klima in der ganzen Welt zerstöre, sagen die Kinder.

Der Kaisersaal gehört den Königen

Nach dem Gottesdienst ziehen die Sternsinger zum Frankfurter Rathaus Römer, um den Stadtverordneten und der Verwaltung den Segen der Heiligen Drei Könige zu überbringen. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) dankt den Jungen und Mädchen für ihren großen Einsatz: „Es ist eine schöne Tradition, dass Kinder unserer Stadt auf Ungerechtigkeit hinweisen und sich nicht mit Hunger und Elend abfinden. Ihr zeigt Verantwortungsgefühl, indem Ihr auf die Folgen des Klimawandels hinweist“, lobt er die Sternsinger aus allen Teilen der Stadt.

Auch Stadtdekan Johannes zu Eltz verweist in seiner kurzen Begrüßung auf die Not der Menschen in Afrika, die unter der Dürre leiden: „Dort ist Wasser kostbar wie Gold und selten wie ein Einhorn“, sagt er den gebannt lauschenden Kindern. Wenn sich das Klima ändert und der Regen ausbleibt, so sei das keine Strafe Gottes, sondern ein von Menschen gemachter Wandel. Es sei wichtig, dass die Sternsinger mit ihrer Aktion ein Bewusstsein dafür schafften, dass die Industrie- und Schwellenländer für den Raubbau an der Natur verantwortlich seien, betont der Stadtdekan. (fes/dw)

Quelle: https://www.bistumlimburg.de

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