„Mehr Schritte zum Frieden in 2017“

Erzbischof Stephan Burger: Zukunft positiv gestalten

Freiburg. „Ohne mehr Bereitschaft zur Versöhnung und Schritte hin zum Frieden“ wird es nach den Worten von Erzbischof Stephan Burger (Freiburg) „im Großen wie im Kleinen nicht gelingen, die Zukunft positiv zu gestalten“. In einer Predigt zum Jahreswechsel (31.12.) verwies der Erzbischof von Freiburg auf die Lage in Syrien, die angespannte Situation in der Ukraine und den IS-Terrorismus – auch „wie sich eine Ära-Trump gestalten wird“, werfe eine Menge Fragen auf. Erzbischof Burger sagte im Freiburger Münster: „Es scheint immer schwieriger zu werden, mit der gebotenen Vernunft und der Abwägung von Handlungsoptionen an die Probleme der Welt heranzugehen. Emotionen und Parolen bestimmen zusehends das politische Geschäft.“ Deshalb sei es nicht verwunderlich, „wenn Menschen nicht zuversichtlich in die Zukunft blicken und Ängste sich breit machen“. Der Erzbischof rief dazu auf, als Gesellschaft an den Grundwerten des demokratischen Rechtsstaates festzuhalten, die auch auf dem biblisch-christlichen Menschenbild gründen: Dann gebe es „keinen Anlass uns von populistischen Strömungen in den Abgrund ziehen zu lassen.“

„Versöhnung schenken und um Versöhnung bitten“

Das „Geschenk von Weihnachten“ ist für Christen nach Überzeugung des Erzbischofs von Freiburg die einzige Möglichkeit, mit der Unordnung der Erde fertig zu werden: „Denn der Sohn Gottes kommt in dieses Chaos, um den Menschen frei zu machen von den Mächten des Schicksals und der Geschichte – frei zu machen von dem, was ihn knechtet, frei zu machen von Sünde und Schuld, nicht zuletzt, ihn frei zu machen von den Ängsten und Unsicherheiten des menschlichen Lebens.“ Gottes Liebe, „die durch den Tod geht, eine Liebe, die nicht tot zu kriegen ist“, schaffe Ordnung: „Als Konsequenz daraus werden wir sicherlich nicht das tagespolitische Geschäft in unserem Land oder auf internationaler Ebene direkt beeinflussen können. Mit dieser Liebe werden wir nicht die fanatischen IS-Kämpfer bekehren oder den Nachbarn, mit dem man vielleicht schon lange im Clinch liegt. Aber mit dieser Liebe, mit einem bewussten Leben aus dieser Liebe heraus, beginnt die Erlösung in uns wirksam zu werden.“ Erzbischof Stephan Burger rief dazu auf: „Machen wir ernst mit dem, was wir in Taufe und Firmung und im Empfang der weiteren Sakramente erhalten haben und erhalten. Machen wir ernst mit unserem Beten in den Anliegen von Kirche und Welt! Machen wir ernst mit der Anbetung Gottes! Machen wir ernst, unsere Gaben und Fähigkeiten für Gott und den Mitmenschen immer wieder neu einzusetzen, Versöhnung zu schenken und um Versöhnung zu bitten.“

„Mehr Nächstenliebe macht Welt friedlicher“

Der Erzbischof von Freiburg formulierte in seiner Predigt zum Jahreswechsel im Freiburger Münster wörtlich: „Je mehr es uns gelingt, dem Mitmenschen in der Haltung der Barmherzigkeit, der Solidarität und Nächstenliebe zu begegnen, desto friedlicher wird unsere Welt werden.“ Das sei „die Antwort Gottes auf all die Fragen und Unsicherheiten, die uns alle derzeit begleiten mögen, nämlich zu wissen, dass Gott hinter dem Leben steht, dass er dieses unser aller Leben, dass er mein Leben auffängt und mit seinem Segen begleitet.“ Katastrophen und kriegerische Auseinandersetzungen könnten auch im Jahr 2017 nicht ignoriert werden: „Wir werden Krankheit und Tod im eigenen Umfeld oder bei uns selbst nicht verhindern können. Wir werden aber anders damit umgehen können, weil wir von der Gewissheit getragen sind, dass bei Gott, dass in seinem und mit seinem Segen alles aufgehoben und geborgen ist, dass nichts verloren und zugrunde geht, was seine Liebe umfasst!“ Erzbischof Burger dankte allen, „die sich für die Botschaft Jesu Christi und für den Dienst in seiner Kirche und in unserer Erzdiözese sowie darüber hinaus eingesetzt haben und einsetzen.“ Er verwies dabei auf „die vielen engagierten Gläubigen in unseren Gemeinden, sei es in den verschiedenen Räten und Gremien, sei es im kirchenmusikalischen Bereich, in sämtlichen Verbänden und Gruppierungen, sei es in der Flüchtlingshilfe, sei es durch die große Spendenbereitschaft in den verschiedenen Anliegen und weitere finanzielle Mittel wie die Kirchensteuer, sei es durch manche gute Tat im Verborgenen, sei es durch das stille Gebet. Ich denke an die vielen kirchlich Ehrenamtlichen sowie Hauptberuflichen, an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pastoral und in den verschiedenen caritativen Einrichtungen, an die in der kirchlichen Verwaltung in den unterschiedlichen Bereichen Tätigen. Ich denke an die Mitbrüder im bischöflichen, priesterlichen und diakonischen Dienst sowie an all unsere Ordensleute. Vergelt’s Gott für die vielfältige Arbeit am Reich Gottes. Nicht zu vergessen alle Bemühungen innerhalb der Ökumene und die Zusammenarbeit mit den verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Ebenen. Allen ein von Herzen kommendes Danke!“ (rge)

Quelle: http://www.erzbistum-freiburg.de
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