Silvester im Regensburger Dom: Tagespolitisches Geschehen ist der Auftrag der Weltchristen

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHunderte von Gläubigen hatten sich am Silvestertag 2016 im Dom St. Peter versammelt, um die Messe zum Jahresabschluss mitzufeiern. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zelebrierte die Messe zusammen mit den Weihbischöfen Reinhard Pappenberger und Dr. Joseph Graf sowie den Mitgliedern des Domkapitels. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Ferienchor der Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Roland Büchner. An der Orgel spielte Professor Franz-Josef Stoiber.

In seiner Predigt ging Bischof Rudolf auf das Leben und das Werk des Papstes Silvester ein, dem der letzte Tag im Jahr gewidmet ist. Papst Silvester starb am 31. Dezember 335 im 19. Jahr seines Pontifikats. Den allermeisten Menschen, sagte der Bischof, sei schon lange nicht mehr bewusst, dass sich „Silvester“ auf einen Heiligen bezöge. Das Leben und Wirken des Heiligen Silvesters falle in eine für die Kirche außerordentlich bedeutsame Zeitspanne. Papst Silvester habe, sagte der Bischof, wichtige Maßnahmen des damaligen Kaisers Konstantin miterlebt, wie etwa die Beendigung der Verfolgung der Christen. Papst Silvester sei auch im 7. Jahr seines Pontifikats Zeuge der Einführung des Sonntages als staatlich geschützten Ruhetag gewesen.

Dies habe den Menschen die Möglichkeit eröffnet, die gottesdienstliche Versammlung abzuhalten. In Kaiser Konstantins Amtszeit falle auch die Festlegung des 25. Dezembers als Fest der Menschwerdung Christi. Papst Silvester sei auch Zeuge des Verbotes der Kreuzigung als Todesstrafe geworden, sagte der Bischof. Dies war die Voraussetzung dafür, dass das Kreuz fortan als Segenszeichen und Erkennungszeichen des christlichen Glaubens diene und das vormalige Geheimzeichen des Fisches in den Hintergrund gedrängt habe.

Bischof Voderholzer warnte davor, den Begriff des christlichen Abendlandes für die Politik zu instrumentalisieren, vor allem in den nächsten zwei Jahren der Wahlen. Nicht alles, was als bedroht angesehen werde, sei tatsächlich Inbegriff und Frucht des christlichen Abendlandes. Hier müssten die amtlichen Vertreter der Kirche Orientierung geben, sich jedoch nicht in das tagespolitische Geschehen einmischen. „Das tagespolitische Geschehen ist der Auftrag der getauften und gefirmten Weltchristen“, sagte der Bischof. Bestimmte politische Positionen sollten dabei nicht in den Rang von Glaubenssätzen erhoben werden.

Bischof Voderholzer erklärte, dass der Sonntag als Ruhetag und Tag für die gottesdienstliche Versammlung ein wahres Erbe des christlichen Abendlandes sei, das als solcher verteidigt werden müsse gegen alle Anfechtungen der Wirtschaft und der Freizeitindustrie. Es gelte auch, sich eine gesunde Skepsis gegen über allen übertriebenen Formen des Nationalismus zu bewahren, andererseits jedoch auch Sensibilität für das kleine, bedrohte und hilfsbedürftige Leben des Ungeborenen und des Hinfälligen.

Ehrfurchtsvolle Zurückhaltung gegenüber wissenschaftlichen Experimenten mit dem Erbgut des Menschen sei notwendig, denn dies mache verantwortliches, christlich- abendländisches Verhalten aus. „Zum Abendland gehört nicht zuletzt das Kreuz als das Erkennungszeichen der Christen, das Kreuz, das der Herr als ein Zeichen der Grausamkeit in ein Zeichen der erbarmenden Liebe Gottes verwandelt hat“, sagte der Bischof. Nach der Messe trug Bischof Rudolf das Allerheiligste in einer Eucharistischen Prozession durch den Hohen Dom St. Peter und erteilte der Gemeinschaft der Gläubigen den sakramentalen Segen.

 In der Mediathek können Sie ganze Predigt von Bischof Voderholzer an Silvester 2016 herunterladen.

Quelle (Bild & Text): http://www.bistum-regensburg.de

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