„Inhalt des Weihnachtsfestes nicht ignorieren“

Stephanustag: Beten für verfolgte und bedrängte Christen

Karlsruhe / Freiburg. Weihnachten sollte nach den Worten von Erzbischof Stephan Burger (Freiburg) nicht „zum Fest der Liebe stilisiert“ werden, ohne nach dem Grund der Liebe zu fragen. Wichtig sei das „bewusste Bekenntnis zu diesem Grund der Liebe – zu Jesus Christus, dem menschgewordenen Sohn Gottes“, erklärte der Erzbischof von Freiburg am zweiten Weihnachtsfeiertag (26.12.) in der St.-Stephan-Kirche in Karlsruhe. Er sagte wörtlich: „Wir können diesen Inhalt des Weihnachtsfestes nicht ignorieren, ohne uns selbst aufzugeben. Denn von diesem Ereignis hängt unsere Erlösung, unsere Befreiung von Sünde und Schuld, ja unser ewiges Leben ab.“ Das Christentum wolle eine Kultur des Lebens prägen –„eine Gesellschaft, die sich von der Liebe Gottes getragen weiß“. Christsein zu leben, heiße, wirklich ernst zu machen mit der Religion (von dem lat. Wort „religio“ – zurückbinden), sein Leben also an Gott zurückzubinden. Dies werde von vielen bis heute nicht oder falsch verstanden.
Erzbischof fordert Einsatz für weltweite Religionsfreiheit
Erzbischof Burger verwies auf den Gedenk- und Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen, der am 26. Dezember (dem „Stephanustag“) in der Kirche gefeiert wird. Die Zahl der verfolgten und bedrängten Christen sei groß: „Es gibt keine andere Religion, die derzeit so sehr verfolgt wird wie das Christentum. Wir hören immer wieder davon in den Nachrichten.“ In Ländern wie Vietnam, Pakistan, China oder Saudi- Arabien seien solche Repressionen Ausdruck einer systematischen Verletzung der Religionsfreiheit – in Pakistan, in Syrien und Ägypten seien Christen die Zielscheibe von fanatischen Muslimen und „IS-Kämpfern“. Christen seien verpflichtet, allen Schwestern und Brüder im Glauben, die „um Jesu willen“ (vgl. Mt 5,11) bedrängt und zu Unrecht verfolgt werden, solidarisch beizustehen. Erzbischof Burger sagte: „Gefordert ist unser Gebet. Und auch der aktive Einsatz für die weltweite Verwirklichung der Religionsfreiheit.“ Es gelte alle in Politik und Gesellschaft Verantwortlichen zu unterstützen, die sich weltweit für die Religionsfreiheit einsetzen.
„Caritativer Lebensstil und Hilfe für Geflüchtete“ – Zumutung?
Der heilige Stephanus habe sich in aller Öffentlichkeit zum menschgewordenen Gottessohn bekannt und diese Botschaft gelebt: „Stephanus zählt zu den sieben Diakonen der Kirche von Jerusalem. Die Diakone hatten in der urchristlichen Gemeinde die Aufgabe, die Armen, besonders die Witwen und Waisen zu versorgen und zu betreuen. Durch seinen Dienst konnten die Menschen seiner Zeit deutlich erfahren, dass der Glaube an die menschgewordene Liebe Gottes nicht bloße Theorie ist, sondern sich zeigt in der konkreten Hilfe am Menschen – der Glaube an Christus, der handfeste Konsequenzen nach sich zieht.“
Dieser Glaube, dieses Zeugnis könne „für andere derart unangenehm werden, dass er als Skandal und Zumutung empfunden wird“, erklärte Erzbischof Burger, der darauf hinwies: „Nicht alle haben die notwenige Hilfe für Flüchtlinge positiv wahrgenommen.“ Der Glaube, richtig verstanden und damit positiv gesehen, ermögliche Gläubigen „einen Einsatz, der für andere, für diese Welt zum Segen wird“. So ermutigte der Erzbischof von Freiburg am „Stephanustag“ zu einem „Leben aus dem Glauben, zu einem caritativen Lebensstil“.

– Der 26. Dezember (Fest des Hl. Stephanus) wurde von der Deutschen Bischofskonferenz zum jährlich wiederkehrenden überdiözesanen „Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen“ erklärt. Der erste Martyrer der Christenheit war Stephanus (Apg 7, 59). Er hat im Heiligenkalender einen bevorzugten Platz – den 26. Dezember – gleich nach dem Geburtsfest Jesu. Dieser „Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen“ knüpft an den „Gebetstag für die verfolgte Kirche“ an, der bis 1994 in Deutschland begangen wurde. Auf die in verschiedenen Teilen der Welt wieder gewachsene Bedrohung von Christen haben die Bischöfe bereits 2002 mit einer „Initiative für verfolgte und bedrängte Christen in unserer Zeit“ reagiert. Mit der Erklärung des Stephanustages zum „Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen“ wollen die Bischöfe diese Aktivitäten verstärken und das Anliegen der Solidarität stärker in den Gemeinden und unter den Gläubigen verankern.
(rge)

Quelle: http://www.erzbistum-freiburg.de
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