Kardinal Marx: Mit Medizin im Gespräch bleiben

Gottesdienst zum Jubiläum der Frauenklinik an der Maistraße / Ethische Fragen am Beginn des Lebens

München. Kirche und Medizin müssen nach Ansicht von Kardinal Reinhard Marx im Gespräch über ethische Fragen am Beginn des Lebens bleiben. Angesichts der „Herausforderungen in der Forschung, die uns Sorgen machen“, müsse Kirche „immer wieder unterstreichen, dass das, was rechtlich erlaubt ist, nicht automatisch auch moralisch erlaubt ist“, so der Erzbischof von München und Freising bei einem Gottesdienst zum 100-jährigen Bestehen der Münchner Universitätsfrauenklinik an der Maistraße am Sonntag, 18. Dezember.

„Dieses Haus soll Leben ermöglichen und nicht verhindern, soll Leben frei machen, möglich machen, wo immer es möglich ist“, betonte Kardinal Marx und dankte den Vertretern der Klinik, „dass immer wieder auch das Gespräch gesucht wird, in den schwierigen Herausforderungen, die sich Ihnen stellen“. Der Erzbischof erinnerte an die Patienten und ihre Angehörigen, die in den vergangenen 100 Jahren in der Klinik oft große Freude über die Geburt eines Babys, manchmal aber auch Trauer über den Verlust eines Kindes erlebt hätten. Das Jubiläum sei ein Anlass, den Mitarbeitern zu danken, „die sich den Menschen in diesen Situationen zugewandt haben, die mitgeholfen haben, dass das Wunder des Lebens weiter erzählt wird und weiter möglich wird“.

Mit Blick auf das nahende Weihnachtsfest sagte der Erzbischof, das „Urbild des christlichen Glaubens“ sei „die Frau mit dem Kind“, Maria mit ihrem Sohn Jesus. Anhand „der Geschichte von Geburt und Leben dieses Kindes, das mit jedem menschlichen Leben verbunden ist“, werde deutlich: „Der Gott, den wir bekennen, ist der Gott aller Menschen, nicht der Gott der Christen. Jesus ist der Bruder aller Menschen, unabhängig von Religion, Geschlecht, Kultur, Sprache.“ Die Kirche habe das zu bezeugen und „durch unser Beispiel, unsere Hinwendung zu den Menschen, unsere Sorge um die Menschen auch deutlich zu machen“, so Kardinal Marx. (gob)

 

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