„Betet für mich!“ – Kardinal Marx würdigt Papst Franziskus zum 80. Geburtstag

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München. Am kommenden Samstag, 17. Dezember 2016, vollendet Papst Franziskus das 80. Lebensjahr. Aus diesem Anlass würdigt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München  und Freising, Kardinal Reinhard Marx, den Heiligen Vater:

„Unvergessen sind die Bilder, als am 13. März 2013 Kardinal Jorge Mario Bergoglio als Papst Franziskus den Balkon von St. Peter in Rom betritt. Mit einer tiefen Verneigung vor den Menschen auf dem Petersplatz und der ganzen Welt bittet Franziskus die Gläubigen: ‚Betet für mich!‘ Diese Bitte durchzieht das ganze bisherige Pontifikat. Kaum einen Besucher, Audienzteilnehmer, Staatschef, Kirchenvertreter, Gläubigen oder Ungläubigen verabschiedet der Papst nicht mit der Bitte, für ihn zu beten.

Wir dürfen dankbar sein für Papst Franziskus, der jetzt 80 Jahre alt wird und dem wir noch viele, engagierte und mutige, die Kirche belebende und die Menschen stärkende Lebensjahre in seinem Pontifikat wünschen. Aus dem vielfältigen Bemühen und Beten des Papstes für die Kirche möchte ich drei Aspekte herausgreifen:

Mit Papst Franziskus lernt die Kirche neu, an die Ränder unserer Gesellschaften zu gehen. Sein unvergessener Besuch auf Lampedusa hat uns in Europa die ganze Dimension des herannahenden Flüchtlingsdramas vor Augen geführt. Die Kirche, so Franziskus, dürfe nicht um sich selbst kreisen, sondern müsse hinaus in die Welt wirken. Das macht der Papst uns eindringlich deutlich, wenn er eine barmherzige Kirche fordert. Gerade mit dem Geschenk des Jahres der Barmherzigkeit haben wir vom Heiligen Vater den Auftrag erhalten, unser Handeln aus Barmherzigkeit heraus noch intensiver zu gestalten.

Mit Papst Franziskus geht die Kirche den künftigen Weg als ‚synodale Kirche‘. Vor einem Jahr hat der Papst dieses Wort auf der Weltbischofssynode in Rom geprägt. Mit seinen Apostolischen Schreiben ‚Evangelii gaudium‘ und ‚Amoris laetitia‘ lässt er keinen Zweifel, wie dieser Weg der synodalen Kirche aussehen muss: Im Miteinander und nicht im Gegeneinander, im Dialog und nicht im Monolog, im Austausch der Charismen und nicht im engen dogmatischen Verharren, in der Zuwendung zu den Ausgegrenzten und Suchenden und nicht in der Einmauerung in Normen und Vorschriften. Ich wünsche uns und der Kirche in Deutschland, dass wir den Heiligen Vater gerade auf diesem Weg, der sich ja bis in unsere tägliche Arbeit in den Gemeinden auswirkt, tatkräftig unterstützen wo immer dies möglich ist.

Mit Papst Franziskus wird die globale Verantwortung der Kirche spürbar: Mit seinen Auslandsreisen und diplomatischen Vermittlungsversuchen drängt sich Franziskus der internationalen Staatengemeinschaft nicht auf, sondern bietet die Kirche als Gesprächspartner an. Bei diesem globalen Engagement sind dem Heiligen Vater große Erfolge gelungen, wenn ich an die Begegnung mit dem Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche denke oder das gemeinsame Gebet mit dem Lutherischen Weltbund zum Auftakt des Reformationsgedenkens in Lund vor wenigen Wochen. Ich denke aber auch an den Einsatz des Papstes für Europa, was sich in der Verleihung des Karlspreises in diesem Jahr zeigte, und nicht zuletzt an die Enzyklika ‚Laudato si‘, die die Verantwortung für eine globale Schöpfungsgerechtigkeit eindringlich anmahnt.

Vor drei Jahren hat Papst Franziskus von der ‚Kirche des Aufbruchs‘ gesprochen. Zum 80. Geburtstag danken wir ihm von Herzen für diesen Aufbruch, den wir mitgehen, von dem wir uns angespornt fühlen, Gott und der Kirche zu dienen. Zum Geburtstag wünsche ich Papst Franziskus alles Gute im Namen der Kirche in Deutschland. Versprechen wir gemeinsam, weiter für den Papst zu beten, so wie es sein sehnlichster Wunsch war, als er am 13. März 2013 gewählt wurde.“

 

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