Stärken erkennen und nutzbar machen

Positive Zwischenbilanz des deutschlandweit ersten Mentoring-Programms zur Steigerung des Anteils von Frauen in kirchlicher Führung

titelbild-kirche-im-mentoring 

Sechs Monate nach dem Start von „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ ziehen die am ersten Durchlauf teilnehmenden Mentees auf ihrem Halbzeitseminar in Essen eine positive Zwischenbilanz: „Die Zusammenarbeit mit meiner Mentorin in den vergangenen Wochen hat mir gezeigt, wie ich mich auf eine Führungsposition bei der katholischen Kirche vorbereiten kann“, drückt es eine der Teilnehmerinnen aus. „Die Selbstverständlichkeit, die sie als weibliche Führungskraft ausstrahlt und das Handwerkszeug, das sie mir vermittelt, zeigen mir: Frauen leiten – auch in der Kirche!“

„Dass auch die anderen Mentees die Kooperation mit ihren Mentorinnen und Mentoren schon jetzt als lehrreich und ermutigend erleben, bestätigt uns darin, dass Mentoring für die katholische Kirche als Arbeitgeberin ein effektives Instrument der Persönlichkeitsentwicklung ist“, so die stellvertretende Vorsitzende des Hildegardis-Vereins, Professorin Dr. Charlotte Kreuter-Kirchhof. „Es erlaubt den weiblichen Nachwuchskräften, ihre besonderen Stärken zu erkennen und nutzbar zu machen.“

Für die 20 Mentees aus neun verschiedenen deutschen (Erz-)Diözesen bot das zweitägige Treffen die Gelegenheit, ihre Lernerfahrungen, die sie seit Beginn des vom Hildegardis-Verein durchgeführten Projekts im Juni 2016 erworben haben, zu reflektieren und – vertieft durch kollegiales Feedback – auszuwerten.

Darüber hinaus wurden die Nachwuchskräfte in Trainings auf die zukünftige Übernahme von Leitungsaufgaben vorbereitet: der Workshop „Machtspiele?! − Mit Profil zum Ziel!“ befasste sich mit der Relevanz von Geschlechterrollen und Statusverhalten auf Führungsebenen; das Coaching „Argumentationstechniken: Umgang mit Killerphrasen“ thematisierte die Bedeutung von Sprache und Kommunikationskompetenz für die (gelingende) Interaktion am Arbeitsplatz. Die Abendeinheit unter dem Schwerpunkt „Führen als Frau: Geglückte Sichtbarkeit und angemessener Habitus in der Unternehmenskultur der deutschen Bistümer“ bezog die Führungserfahrung der anwesenden Mentoren mit ein.

Die teilnehmenden Mentorinnen und Mentoren hatten parallel die Möglichkeit, sich intensiv mit der Bedeutung von „Unconscious bias“ („unbewussten Vorannahmen und Stereotypen“) zu befassen. Diese spielen im Alltag von (Personal-)Entwicklung eine große Rolle. Das Training trug dazu bei, die Herkunft dieser Mechanismen zu erklären und Möglichkeiten aufzuzeigen, sie zu überwinden. So ist eine Führungskultur, die auf gemischte Teams setzt, für die Kirche von entscheidender Bedeutung – darin waren sich die Anwesenden einig. Das bedeutet, dass in Führungs- und Gestaltungsverantwortung idealerweise eine Bandbreite von Typen vertreten ist, unterschiedlicher Herkunft, mit unterschiedlichen Erfahrungswerten und natürlich beiderlei Geschlechts.

Hintergrund

An den beiden einjährigen Mentoring-Zyklen nehmen insgesamt 14 (Erz-)Bistümer teil: Aachen, Bamberg, Berlin (Caritas), Dresden-Meißen, Essen, Hamburg, Hildesheim, Köln, Limburg, Magdeburg, München und Freising, Münster, Osnabrück und Trier. Insgesamt stehen 40 Tandemplätze zur Verfügung. In jedem Tandem arbeitet eine erfahrene Leitungsperson aus den (Erz-)Bistümern mit einer Nachwuchskraft (Mentee) zusammen und ermöglicht ihr Einblicke in eine kirchliche Leitungstätigkeit. Als Mentoren werden in dem Programm Frauen und Männer eingesetzt.

Das Mentoring wird vom Hildegardis-Verein e. V. durchgeführt, der in der katholischen Kirche beheimatet ist und als Einrichtung der Frauenförderung seit mehr als 100 Jahren die akademische Ausbildung und Qualifizierung von Katholikinnen unterstützt. An der Projektsteuerung sind neben dem Hildegardis-Verein und der Deutschen Bischofskonferenz alle (Erz-)Bistümer beteiligt, die Tandems in das Programm entsenden. So ist sichergestellt, dass spezifische regionale Bedingungen berücksichtigt und Synergien zu bereits erfolgten Gleichstellungsmaßnahmen der (Erz-)Bistümer und Projekten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf genutzt werden.

Beim Mentoring entsteht ein Pool von qualifizierten Nachwuchskräften, auf den alle (Erz-)Bistümer zukünftig zurückgreifen können. Außerdem wird ein kollegiales Netzwerk von etablierten Führungskräften aufgebaut, das nachhaltig über den Programmzeitraum hinaus wirken kann. Das Programm „Kirche im Mentoring – Frauen steigen auf“ trägt dazu bei, weibliche Führungsvorbilder in der Kirche zu fördern.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s