Frühgeschichte von Stadt und Bistum Speyer

Festschrift zu Ehren Professor Hans Ammerichs erschienen – 35 Jahre Leiter des Bistumsarchivs

 

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Bild auf dem Cover der Festschrift

Speyer. Die „Frühgeschichte von Stadt und Bistum Speyer“ steht im Fokus des jetzt im Pilger-Verlag erschienenen Bandes 49 der Schriftenreihe des Diözesan-Archivs Speyer. Das 148 Seiten starke Buch ist dem ehemaligen Leiter des kirchlichen Archivs, Professor Dr. Hans Ammerich, gewidmet, der sich als Archivar und Historiker große Verdienste weit über die Grenzen der Pfalz hinaus erworben hat.

Aus Anlass der Verabschiedung Ammerichs in den Ruhestand ehrten die Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften und die Abteilung Kulturelles Erbe (Stadtarchiv) Speyer den gebürtigen Zweibrücker 2014 mit einer wissenschaftlichen Tagung, die auf große Resonanz stieß. Eine Drucklegung der Vorträge über den Namensgeber sowie die Überreste des frühmittelalterlichen Klosters St. German, das sich auf dem Gelände des heutigen Priesterseminars befand, war zunächst nicht vorgesehen. Doch auf vielfachen Wunsch können die Referate jetzt nachgelesen werden.

Mit der Biografie des heiligen German, der im fünften Jahrhundert als Bischof von Auxerre wirkte, befassen sich Professor Dr. Hans Hattenhauer (Speyer) sowie Dr. Richard Antoni (Rodalben). Weshalb und wann German zum Patron des Speyerer Klosters gewählt wurde, ist nicht bekannt. Aufgrund der Interpretation der Heiligenvita machen die beiden Historiker jedoch deutlich, dass der hoch gebildete, ehemalige römische Staatsbeamte in der „wild bewegten“ Epoche der Völkerwanderung einer der bedeutendsten Bischöfe Galliens war.

Um die archäologischen Befunde zur Entstehung der Kirche St. German auf dem Germansberg im heutigen Süden von Speyer geht es in dem Beitrag von Dr. Sven Gütermann (Busenberg). Die Grabungen der Jahre 1946/47 sind zum einen entscheidend für die Beantwortung der Frage nach der Kontinuität der Stadt Speyer von der Spätantike zum Frühmittelalter, zum anderen von großer Bedeutung für das frühe Christentum in der Diözese Speyer. Über die Einordnung der Befunde wird in der Forschung nach wie vor kontrovers diskutiert. Gütermann informiert über die wissenschaftliche Debatte und macht einen Vorschlag zu einer Neuinterpretation.

An die Blüte der Domschule von Speyer um das Jahr 1000 erinnert der Heidelberger Professor Dr. Walter Berschin. Neben den beiden Bischöfen Balderich und Walther würdigt der Experte für die lateinische Philologie des Mittelalters den Speyerer Domkapitular Onulf und dessen kunstvolles Lehrbuch „Colores rhetorici“ (Redefarben). „Man sollte ihn wieder lesen – in Speyer und andernorts“, so Berschin.

Zwei Beiträge hat Dr. Herbert Wurster, Leiter des Bistumsarchivs Passau und langjähriger Weggefährte Ammerichs, beigesteuert. Als Historiker und Philologe beleuchtet Wurster unter der Überschrift „Ein Lied vom Rhein und von der Donau“, wie das Nibelungenlied „durch die Einbeziehung fast des gesamten deutschen Raumes aus einer regionalen Sage ein einheitsstiftendes deutsches Geschichtsbild formte“. Um „aktuelle Herausforderungen“ der Archive der katholischen Kirche in Deutschland geht es im zweiten Beitrag. Wurster macht deutlich, dass die gewaltigen Veränderungen der letzten Jahre in den Bereichen Internet und Digitalisierung auch für die Archivwelt ganz neue Denkansätze und Vorgehensweisen erfordern.

Abgerundet wird die Festschrift zu Ehren Hans Ammerichs, den der Bezirksverband Pfalz 2015 mit dem Lebenswerkpreis auszeichnete, durch zwei Laudationes aus der Feder Generalvikar Dr. Franz Jungs sowie des ehemaligen Speyerer Oberbürgermeisters Werner Schineller.

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