Oberammergau: Erstmals eigene Seelsorgerin für die Passionsspiele

Erzbistum beauftragt Pastoralreferentin Angelika Winterer / Einführung durch Weihbischof Bischof

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Passionsspiele 1900: Kreuzigungsszene

München/Oberammergau. Erstmals begleitet das Erzbistum München und Freising die Oberammergauer Passionsspiele während der Vorbereitungs- und Aufführungszeit mit einer eigens dafür beauftragten pastoralen Mitarbeiterin. Bei einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul am Sonntag, 18. Dezember, um 10 Uhrführt Weihbischof Wolfgang Bischof die Pastoralreferentin und promovierte Theologin Angelika Winterer in ihre Aufgabe ein, die sie im September angetreten hat.

Winterer wird insbesondere für die Oberammergauer, die sich an den Passionsspielen beteiligen, als geistliche Begleiterin und Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. Geplant sind auch offene Angebote. So lädt Winterer bereits im kommenden Jahr in Zusammenarbeit mit dem Kreisbildungswerk Garmisch-Partenkirchen unter dem Titel „Gipfeltreffen“ zu einer Reihe von Wanderungen mit spirituellen Impulsen ein, die sich mit biblischen Persönlichkeiten beschäftigen. Zu den Aufgaben der Pastoralreferentin gehört außerdem die Gestaltung des geistlichen Begleitprogrammes für die Besucher, die im Jahr 2020 zu den Passionsspielen nach Oberammergau kommen. Ziel ihrer Arbeit ist es auch, in enger Zusammenarbeit mit dem Pfarrverband Oberammergau die großen Themen der Passionsgeschichte wie Trauer und Hoffnung, Verrat und Freundschaft aufzugreifen und ihre Relevanz für das Leben der Menschen sichtbar zu machen.

Angelika Winterer (42) stammt aus München, ist in Fürstenfeldbruck aufgewachsen und hat in München Theologie studiert. Im Jahr 2006 wurde sie als Pastoralreferentin für das Erzbistum München und Freising ausgesandt und war bis 2014 in der heutigen Stadtkirche Germering tätig. Bevor sie im Herbst 2015 ihre neue Stelle im Pfarrverband Oberammergau antrat, arbeitete sie mehrere Monate im bolivianischen Concepción in der Pfarrei des Münchner Priesters Robert Hof mit und verbrachte mehrere Wochen im Heiligen Land.

Die Tradition der Passionsspiele in Oberammergau geht zurück auf die Pestepidemie zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Die Seuche kostete damals zahlreiche Einwohner Oberammergaus das Leben. 1633 gelobten einige Bürger, regelmäßig die „Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu“ aufzuführen, sollte die Pest keine weiteren Opfer mehr in der Gemeinde fordern. Der Überlieferung nach starb nach diesem Gelübde kein Oberammergauer mehr an der Pest. Seither veranstalteten die Einwohner mit wenigen Ausnahmen alle zehn Jahre die Passionsspiele.

Ihre besondere Mitverantwortung für die Passionsspiele nimmt die katholische Kirche in ökumenischer Zusammenarbeit mit der evangelisch-lutherischen Kirche wahr. So werden die Passionsspiele mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnet. Traditionell haben die Erzbischöfe von München und Freising das Patronat der Passionsspiele inne. So ist es üblich, dass die jeweilige Textfassung und Schlüsselszenen mit dem Patronat abgesprochen werden, hierzu wird ein theologischer Berater ernannt. (gob)

 

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