Rupert Graf zu Stolberg zum Bischof geweiht

Kardinal Marx: Aufgabe der Kirche ist „klare Orientierung“ in Zeiten von heftigen Auseinandersetzungen

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Foto: Thomas Dashuber

München, 10. Dezember 2016. München hat einen neuen Weihbischof: Bei einem Festgottesdienst im Liebfrauendom am Samstag, 10. Dezember, ist Bischofsvikar Rupert Graf zu Stolberg durch den Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, geweiht worden. In seiner Predigt sagte der Erzbischof, Aufgabe der Bischöfe und der Kirche insgesamt sei auch, „in unserem Land mit dafür zu sorgen, dass bei aller Erregung, bei allen heftigen Auseinandersetzungen der Blick auf das Wesentliche“ nicht verloren gehe. Es sei wichtig, „klare Orientierung“ zu behalten „in einer solchen Lage der starken Gefühle, der Stimmungen, die auch dazu führen können, dass das Miteinander erschwert wird, dass die Menschen gegeneinander stehen“. Stattdessen müsse eine „heilsame Unruhe“ befördert werden, so Kardinal Marx, die „zu einem klaren Kopf“ führe, „zu Entscheidungen, die nie von Hass geprägt sind, sondern von der Hoffnung, von der Zuversicht, von der Aufgabe, die uns gestellt wird“.

Die Bischöfe müssten „inmitten des Volkes Gottes“ gehen „auf dem Weg, der ihm von Gott gewiesen ist“, sagte der Erzbischof. Die Kirche begegne dabei der Versuchung, in die Vergangenheit zu schauen und sich von Resignation und Verzweiflung bestimmen zu lassen, sowie der Versuchung, „um sich selber zu kreisen und nicht zu erkennen, dass diese Berufung für alle Menschen da ist“. Gott sei aber „Vater aller Menschen, jedes Menschen, und wir haben Zeugnis dafür abzulegen, dass er für alle da sein will“.

Weihbischof zu Stolberg sagte, während der Vorbereitung auf die Bischofsweihe habe er „in großer Dankbarkeit eine gewisse Gelassenheit gefunden“ und sich „sehr getragen gefühlt“. Immer wieder habe er im Laufe seines Lebens die Erfahrung gemacht, „dass es anders kam, als ich es mir ausgedacht habe, dass es aber letztlich gut wurde“. So könne er auch jetzt sagen: „Mit Gottes Hilfe trete ich dieses Amt an, bin ich bereit, Verantwortung zu übernehmen.“ Besonders junge Menschen rief zu Stolberg dazu auf, sich auf die Führung Gottes einzulassen: „Gott kennt uns besser als wir uns selbst. Dort, wo er uns hinführt, da ist der beste Platz für uns.“ Den Gläubigen dankte er für ihr Gebet und bat sie um ihre Unterstützung und Begleitung: „So möchte ich mich gern mit Ihnen auf den Weg machen, dass wir uns bemühen, die Botschaft Jesu Christi weiter auf den Weg zu bringen.“

 

Zu dem Festgottesdienst waren zahlreiche Gläubige aus dem Erzbistum sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft gekommen, vor allem aus der Seelsorgsregion München, für die Stolberg als Weihbischof zuständig ist. Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle auf den Domvorplatz zu einer Begegnung mit dem neuen Weihbischof und einem Imbiss eingeladen.

Zu Stolberg war von Papst Franziskus am 28. Oktober zum Weihbischof der Erzdiözese München und Freising und Titularbischof von Sassura, einem erloschenen frühchristlichen Bistum in Nordafrika, ernannt worden. Seit 2013 ist er Bischofsvikar für die Seelsorgsregion München und hauptsächlich zuständig für Seelsorge, für Visitationen, Firmspendungen und die Weiterentwicklung der Pastoral. Zu Stolberg war zuvor im Personalressort des Erzbischöflichen Ordinariats und als erzbischöflicher Sekretär von Kardinal Friedrich Wetter und Kardinal Reinhard Marx tätig. Zum Priester geweiht wurde Stolberg am 28. Juni 2003 im Freisinger Mariendom. Er wurde am 29. Juli 1970 in Salzburg geboren und wuchs in Passau auf. Mit der Weihe hat das Erzbistum nun wieder drei Weihbischöfe, die als Bischofsvikare jeweils eine der drei Seelsorgsregionen betreuen. Neben Rupert Graf zu Stolberg sind das Bernhard Haßlberger für die Seelsorgsregion Nord und Wolfgang Bischof für die Seelsorgsregion Süd. (gob)

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