Filmdienst künftig als Online-Angebot

Das Magazin Filmdienst wird künftig in ein Online-Angebot umgewandelt. Dieser Entscheidung hat die Katholische Filmkommission von Deutschland zugestimmt, nachdem sie durch den Geschäftsführer des Katholischen Medienhauses in Bonn, Theo Mönch-Tegeder, über die aktuelle Finanzsituation, weiter sinkende Auflagen bei der Printausgabe des Filmdienst und ein schlüssiges Online-Konzept informiert wurde.

Mit dem klaren Votum des Herausgebergremiums werde der Weg nun frei für die Konsolidierung der Marke, begrüßte Theo Mönch-Tegeder die Entscheidung. Das neue Konzept soll ein publizistisch hochwertiges Angebot darstellen, das auch die umfangreiche Datenbank einschließt. In dieser sind Filmkritiken und wesentliche Informationen zu allen Filmen gespeichert, die seit fast 70 Jahren in Deutschland in die Kinos kamen. „Diese Datenbank ist mit Recht von namhaften Experten in den zurückliegenden Wochen und Monaten als einzigartiger Schatz und Kulturerbe bezeichnet worden“, so der Geschäftsführer.

Mit der Datenbank verbunden werden sollen eine oder mehrere Internet-Portale und digitale Ausspielwege, die das aktuelle Filmgeschehen abbilden und verschiedene Nutzergruppen ansprechen können. Vieles deute darauf hin, dass auf diesem Wege eine deutlich größere Wirkung erreicht werden könne. Der neue Filmdienst wolle zudem verstärkt mit Lizenznehmern zusammenarbeiten. Die erfolgreichen, schon bestehenden Geschäftsbeziehungen zeigten ein hohes Potenzial, dieses Geschäftsfeld zu intensivieren. „Die Umstellung ist konsequent, weil sie die Stärken nutzt, die sich schon jetzt deutlich abzeichnen“, betonte Theo Mönch-Tegeder. Er wies darauf hin, dass eine Entscheidung unumgänglich geworden sei, weil der Aufwand für die Zeitschrift zunehmend die übrigen Aktivitäten erdrückt habe. „Angesichts begrenzter finanzieller Mittel können wir keine ‚Sowohl-als-auch-Strategie‘ fahren, sondern mussten entscheiden zwischen Print oder Digital.“

Dem Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst, ist es außerordentlich wichtig, dass das reiche Erbe des Filmdienst auch in Zukunft gesichert wird: „Ein Fortbestehen der Printausgabe wäre mir lieber gewesen, war aber unter den Vorgaben im Sparprozess nicht realisierbar. Die jetzige Lösung halte ich für tragfähig und zukunftsweisend. Für die katholische Kirche ist es von großer Bedeutung, ihren Dialog mit der Gesellschaft auch in diesem Bereich qualifiziert fortzusetzen. Mit dem Filmdienst als Online-Produkt erreichen wir hoffentlich alle Generationen. Wir müssen für dieses Medienangebot der Kirche jetzt nach vorne schauen“, so Bischof Fürst.

Bischof Fürst, die Herausgeber des Filmdienst und Geschäftsführer Mönch-Tegeder dankten allen, die sich für den Erhalt der Zeitschrift eingesetzt haben und die im kommenden Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert. „Diese Solidarität ist sehr beeindruckend gewesen. Wir hoffen gemeinsam, dass sie auch dem digitalen Angebot gilt. Am Auftrag des Filmdienst, eine zuverlässige Orientierung über die Qualität des Filmangebots zu liefern, eine anspruchsvolle Filmkultur zu unterstützen und Debatten zum Medium Film anzustoßen, ändert sich nichts“, erklärte Bischof Fürst.

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