Christliche Amtskirchen ohne Rückgrat? CSK vermissen klare Aussagen zu Karlsruhe-Urteil

München – Auftrags der ChristSozialen Katholiken (CSK) in der CSU nimmt ihr Sprecher Dr. Thomas Goppel, MdL zum Verfassungsgerichtsurteil zur Relativierung der Stillen Feiertage, des Karfreitags Stellung:

„Wie es sich gehört, haben wir Laien in der Kirche seit dem Verfassungsgerichtsurteil vom November 2016 auf eine eigene Stellungnahme verzichtet, um der Amtskirche nicht vorzugreifen. Die den beiden großen christlichen Kirchen zugestandenen Feiertagsbenennungsrechte räumen ihren offiziellen Vertretungen das erste Recht ein, sich zu vom Verfassungsgericht zwangsauferlegten Veränderungen auch zu äußern.

Mit einigem Befremden stellen wir ChristSoziale Katholiken in der CSU fest, dass Kardinal Marx für die Katholiken erst nach einer Woche Bedenkzeit weiß, was die vorgebliche Neutralitätsstunde geschlagen hat. Hier soll sichtlich die Grundorientierung der Gesellschaftsordnung untergraben und schließlich eliminiert werden.

Noch ungewöhnlicher dürfte die evangelische Sprachlosigkeit sein: Dass der evangelische Landesbischof Dr. Bedford-Strohm die Aufhebung des Karfreitagscharakters, die ja sogar konkordatär abgesegnet ist, mit Schweigen übergeht und damit den höchsten protestantischen Feiertag quasi streicht, lässt die evangelische Amtskirche im 500. Jahr der lutherischen Reformation als selbstzerstörerisch erscheinen. Man stelle sich vor, der Islam erführe eine ähnliche Einschränkung seiner Existenzberechtigung, was dann die protestantische Seite unserer christlichen Religionsgemeinschaft zur Ehrenrettung der „Brüder in Allah“ unternähme.

Goppel explizit: „Desinteressiertheit an der eigenen Identität und Präsentation sind den Beobachtern der Protestantenszene nicht neu. Dass allerdings der eigene Glaubensauftrag nur mehr dann auf dem Spiel zu stehen scheint, wenn die von Dritten eingeforderte Gleichbehandlung angegriffen wird, kommt einer Bankrotterklärung der eigenen Mission gleich. Dabei steht fest: Nur, wer seinen eigenen Standort kennt und beschreiben kann, gibt anderen Ratschläge, die gemeinschaftsfähig machen. Wer sich aber selbst ignoriert, hat damit begonnen, die Grundsätze der Toleranz, die es nur geben kann, wenn sie auch mit klaren Grenzen versehen ist, auf der Deponie der Geschichte, insbesondere der deutschen, abzuliefern. Das passt nicht zu zwei christlichen Kirchen, die nicht aufhören, andere zu besonderer Behutsamkeit aufzufordern.“

Pressemeldung: CSU – Christlich Sozial Union

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Ein Gedanke zu “Christliche Amtskirchen ohne Rückgrat? CSK vermissen klare Aussagen zu Karlsruhe-Urteil

  1. Nennt man sowas nicht Selbst abschaffen? Denen die Entscheidungen treffen, geht es doch gut, selbst überzeugt das ihnen keiner was kann und Sie die besten Jahre hinter sich haben….nach uns die Sintflut.
    Vor vielen Jahren hatte sich einmal eine Diskussion entwickelt, bei der unter anderem auch ein Katholischer Pfarrer unter den diskutierenden war. Dann kam die Frage auf, was wäre wenn Jesus heute wieder geboren werden würde?

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